EMS? – Dick ist nicht gleich dick!


Besonders beim Futterwechsel im Frühjahr/Frühsommer, wenn die Pferde ausgeweidet werden, scheinen diese regelrecht zu explodieren. Aber ebenso im Herbst, wenn das neue, gehaltvollere Heu gefüttert wird, erscheinen viele Pferde rapide zuzunehmen.

Viel Futter wenig Arbeit

Bei einer leider stetig steigenden Anzahl von Pferden ist dieser Umstand, aufgrund der Tatsache, dass zu viel Futter bei nur geringer Arbeit verabreicht wird, zu erklären. Die Pferde werden also weit über ihrem Bedarf gefüttert. Wenn dies über einen längeren Zeitraum beibehalten wird, ist EMS (Equine Metabolische Syndrom) irgendwann die logische Konsequenz daraus! Als vorbeugende Gesundheitsschutz-Maßnahme sollten Pferdebesitzer:innen die Arbeitsdauer und -intensität für das Pferd deutlich erhöhen.

Wenig Futter aber dennoch dick?

Zumeist erfolgt bei der Betrachtung eines „fassartig veränderten Pferdes“ die pauschale Erkenntnis, dass das Tier „zu fett“ und „EMS-gefährdet“ sei. Leider ist diese Einschätzung nicht immer richtig.

Sehr viele Pferde (und auch Menschen) haben ein weitestgehend unbemerktes Darmproblem. Wenn irgendwann, z. B. im Laufe eines Lebens, ein Antibiotikum verabreicht wurde und/oder das Pferd intensive Stressphasen durchlebt hat, hat dies gravierende Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Ausprägung des gesunden Darmmikrobioms (die Gesamtheit aller gesunden Darmkeime) im Dickdarm.

Diese Veränderungen am Darmmikrobiom sind meist leider auch dauerhaft. Etablierte Veränderungen am Darmmikrobiom (Dysbiosen/Fehlbesiedelungen) können sich im fortgeschrittenen Stadium durch direkte Darmsymptome wie Blähungen, Kotwasser oder Durchfall bemerkbar machen, allerdings können die Auswirkungen einer Dysbiose auch ausschließlich nach innen gerichtet sein, ohne direkte Ausprägung von Darmsymptomen. Dann können Allergien auftreten oder chronische Lungenprobleme sowie Mauke, chronische Leberprobleme oder eben die „zu fetten“ Pferde.

Dickes Pferd aufgrund von Darmproblemen?

Das gesunde Darmmikrobiom spielt eine zentrale Rolle im Organismus, da es unzählige, wesentliche Stoffwechselvorgänge im Körper steuert und sich außerdem 80 % der Immunzellen auf den Darmschleimhäuten im Dickdarm befinden. Die Immunzentrale des Körpers befindet sich also im Dickdarm. Deren Fähigkeit Krankheitskeime abzuwehren, steht und fällt mit der Gesundheit des Darmmikrobioms. Das Darmmikrobiom ist dann am gesündesten, wenn die gesunden Darmkeime so zahlreich wie möglich sind und wenn möglichst viele verschiedene Arten Keime im Dickdarm vorhanden sind. Die gesunden Dickdarmkeime beim Pferd ernähren sich ausschließlich von Rohfaser, die hauptsächlich im Raufutter (Heu, Heulage) enthalten sind. Je mehr Raufutter gefüttert wird, umso mehr „Futter“ für die gesunden Darmkeime ist vorhanden, umso besser geht es diesen, umso besser können sich diese behaupten und vermehren. Vor diesem Hintergrund sind Heudiäten sehr differenziert zu betrachten!

Sind zu wenig gesunde Darmkeime vorhanden, siedeln sich stattdessen andere Keime im Darm an.

Dies führt immer (!) zu einer vermehrten Produktion von Giftstoffen im Darm. Diese ständig (!) produzierten Giftstoffe reizen die Darmschleimhäute dauerhaft. Aus Reizung kann sich eine Entzündung der Dickdarmschleimhäute entwickeln, die sich aber meist nicht im Blutbild nachweisen lässt, da dort nur Akutgeschehen abbildbar ist.

Diese Entzündung kann nach und nach zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Schleimhaut führen, in der Humanmedizin bekannt als Leaky-Gut-Syndrom. Die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhäute lässt Giftstoffe und große Eiweißbausteine vermehrt ins Blut wandern, die in dieser Molekülgröße normalerweise im Körper gar nicht vorkommen. Diese großen Eiweiße erkennt das Immunsystem als Fremdeiweiß, dass es zu bekämpfen gilt. So können Futtermittelunverträglichkeiten entstehen! Diese Giftmengen, die permanent und weitestgehend ungefiltert in das Körperinnere vordringen, überschwemmen den Entgiftungsstoffwechsel und die Leber. Die Leber ist nur dann in der Lage gut zu entgiften, wenn genügend Baustoffe wie Zink und B-Vitamine (diese produziert das Pferd normalerweise selbst durch Mikrobentätigkeit im Dickdarm) in der täglichen Ernährung vorhanden sind. Das bedeutet, ein Pferd, das schlecht mineralisiert ist, kann auch nur unzureichend entgiften.

Gelangen die durch den Darm eingetragenen Gifte permanent und in zu großer Menge zur Leber, ist diese meist nicht in der Lage, diesen Mengen Herr zu werden. Was der Körper aber nicht ausleiten kann, muss er einlagern (z. B in die Lymphbahnen). Es kann zu dauerhaft dicken Beinen, Schlauch- und Bauchödeme kommen, die mit einer Herzinsuffizienz und Bewegungsmangel nichts zu tun haben müssen. Aber vor allem auch das Bindegewebe, also der Zwischenzellraum, ist ein guter Platz für eine ausgedehnte „Mülldeponie“. Wenn dort Toxine aus dem Darm gelagert werden, erschweren diese den Stoffaustausch für jede einzelne Körperzelle.

Der Transport von Nährstoffen aus der Blutkapillare hinaus, durch den Zwischenzellraum, hin zur einzelnen Körperzelle, wird nur eingeschränkt stattfinden können. Das bedeutet, die Zellen hungern, obwohl die Fütterung des Pferdes möglicherweise optimal ist. Außerdem kann der Abtransport von (meist sauren) Stoffwechselprodukten aus jeder einzelnen Körperzelle erschwert oder unterbunden sein, je nach „Größe“ der Mülldeponie. Diese sauren Stoffwechselschlacken werden durch die Carbonatspeicher (Basenpuffer) im Gewebe zunächst neutralisiert. Wenn diese Speicher aber erschöpft sind, beginnt das Gewebe großflächig zu übersäuern. Dann quillt dieses Gewebe auf wie ein Hefeteig – das Pferd wird immer „dicker“.

Wie bekomme ich Darmprobleme in den Griff?

  • Kompetente Hilfe einholen
  • Mikrobiologische Kotuntersuchung bei einem spezialisierten Labor
  • Ernährung umstellen (Futter ohne Getreide, ohne Zuckerzusätze, ohne Kräuter)
  • Hoch bioverfügbares Mineralfutter in die tägliche Futterration integrieren
  • Darmsanierung angehen (falls vorhanden – unter Berücksichtigung des Laborbefundes)
  • Giftstoffe binden und ausleiten
  • Darmschleimhäute schützen und pflegen
  • Nach Harmonisierung des Darmgeschehens kann eine Entgiftung eingeleitet werden
  • Darmgesundheit präventiv schützen (z.B. bei Wurmkuren oder Antibiotikagabe)


Quelle: Firma HBD-Agrar, Dipl.-Ing. (FH) Frau Anja Beifuss


veröffentlicht auf futter-simon.de: 08.07.2021

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